Vorteil Digitalisierung: Norwegens E-Verwaltung von Weltrang

Norwegen gehört in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu den führenden Nationen weltweit. Davon profitieren seine Bürger gerade jetzt, in Zeiten des Lockdowns und der notwendigen Verfügbarkeit. Basefarm trägt seit geraumer Zeit maßgeblich dazu bei.

Im Digitalisierungs-Index der Vereinten Nationen zählt Norwegen zu den Spitzenreitern. Unter 193 Mitgliedsstaaten rangiert Europas Nordausleger auf Rang 11 in der elektronischen Partizipation der Bürger und auf Rang 14 in der Entwicklung des E-Governments. Zentralregierung und Selbstverwaltungsorgane kommunizieren mit den Bürgern per E-Mail und SMS. 640 öffentliche Unternehmen tun dies ebenfalls. Den dafür notwendigen digitalen Briefkasten hatten sich bis Ende 2019 knapp 2,1 Millionen der etwa 5,3 Millionen Norweger eingerichtet.

Geht es um Formulare, Mitteilungen und grundlegend relevante Informationen, setzt Norwegen auf Altinn, das Internet-Portal für den digitalen Dialog zwischen Unternehmen, Privatpersonen und öffentlichen Einrichtungen. Entwickelt und betrieben wird es von der Altinn-Kooperation aus mehreren staatlichen Stellen. Das Brønnøysund Register Center verwaltet die technische Lösung im Auftrag der Kooperation.

Heute ist Altinn eine etablierte und umfassende digitale Plattform mit kontinuierlich starkem Wachstum im Datenvolumen und ebenso in der Anzahl der angeschlossenen Behörden und der digitalen Dienste. Über Altinn können die Norweger 45 Dienstleister im öffentlichen Sektor direkt erreichen – unter anderem Ministerien, Finanzamt oder Arbeitsamt. Die Plattform wird ständig optimiert und um neue Funktionen erweitert.

Basefarm, die skandinavische Mutterfirma von *um, spielt bei dieser Entwicklung ein tragende Rolle, die Edvard Pedersen vielleicht am besten beschreibt. Er ist Projektleiter für die Altinn-Lösung im Brønnøysund Register Center.

Wer einen Top-Partner sucht, findet Basefarm

„Wir haben nach den besten Lieferanten gesucht, die unsere hohen Ansprüche erfüllen können. Basefarm war unsere erste Wahl im Bereich Operations“, erklärt Edvard Pedersen. Ziel der Regierung ist es, die öffentliche elektronische Verwaltung in Norwegen zur besten der Welt zu machen. Altinn ist vielleicht der wichtigste Beitrag dazu. „Um dieses Ziel zu erreichen und zu halten, brauchen wir Top-Partner und -Lieferanten. Basefarm ist ein wichtiger Teil und trägt entscheidend dazu bei“, sagt der Entscheider, der Basefarm als langjährigen und zuverlässigen Projektpartner schätzt.

„Die Entscheidung für die Vergabe des Betriebsauftrags wurde auf der Grundlage eines stabilen Betriebs, der Vorhersehbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit getroffen. In all diesen Punkten hat Basefarm das beste Angebot gemacht“, erläutert der Altinn-Projektleiter.

Spezialisiert auf den zuverlässigen Betrieb

Bei Gründung von Altinn im Jahr 2004 war zunächst Accenture der Gesamtlieferant. Als diese erste Vereinbarung 2008 auslief, trat Basefarm auf den Plan. Altinn schloss eine neue und direkte Betriebsvereinbarung mit dem norwegischen Infrastrukturspezialisten ab. Accenture behielt die Verantwortung für die Administration und die weitere Entwicklung der Anwendungen. „Basefarm ist auf den Betrieb spezialisiert und dabei äußerst flexibel und beweglich. Sie können schnell auf Veränderungen reagieren und genießen alle Vorteile eines kleineren Betriebs, wo größere schwergewichtige Organisationen oft mit zu viel Bürokratie aufwarten. Basefarm liefert auf den Punkt, was sie zugesagt haben“, betont Pedersen. „Zugleich läuft die Interaktion und Abstimmung mit Accenture, die die anderen Bereiche betreuen, reibungslos.“

Mit Basefarm kam der Systemwechsel

Hinter dem Wechsel zu Basefarm stand auch der Wechsel auf die nächste Version von Altinn: „Gemeinsam haben wir ein radikal neues System etabliert, das versucht, die traditionellen Silos zwischen verschiedenen Instanzen aufzubrechen.“ Dazu, so erläutert Pedersen weiter, basiert die neue Altinn-Lösung im Gegensatz zu Altinn I auf Standardmodulen. „Das macht uns auch unabhängiger von Lieferanten.“

Die neue Altinn-Lösung wurde im Herbst 2009 eingeführt und umfasste einen Systemwechsel auf Basis der systemorientierten Architektur (SOA). Erstmals eröffneten sich damit Möglichkeiten für die Interaktion und den Workflow über den öffentlichen Dienst hinaus und mit Unternehmen. Darunter zum Beispiel die Koordination der Berichterstattung von Lohn- und Personaldaten an den öffentlichen Dienst und die Pensionskassen.

Verlass auf ein starkes robustes System

Altinn ist der wichtigste Kanal für den elektronischen Dialog und die Berichterstattung zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. So haben sowohl die Mehrwertsteuer-Meldungen als auch die Steuererklärungen von Selbständigen und Unternehmen über Altinn längst einen Anteil von 85 Prozent überschritten. Mehr als 2,3 Millionen Privatpersonen und 430.000 Unternehmen haben seit Inbetriebnahme von Altinn ihre Meldungen elektronisch übermittelt (Stand Ende 2019). Besonders in der Zeit der jährlichen Steuererklärungen meistert Altinn ein enormes digitales Verkehrsaufkommen, das im Lauf des Jahres ansonsten schwankt, mit einer Datenbank von aktuell 2,3 Terabyte. „Wir brauchen ein robustes System, das große Schwankungen verträgt und hohe Verkehrsspitzen bewältigen kann“, sagt Pedersen, der sich dabei auf Basefarm und seine Verfügbarkeitsgarantie von 99,8 Prozent verlassen kann.

Zum Jahreswechsel 2009 übertrug Altinn die Betriebsverantwortung an Basefarm und stellte die riesige Datenbank um. „Alles lief sehr gut und mit deutlich weniger Komplikationen als erwartet. Es war eine steile Lernkurve, aber das Unternehmen liefert tadellos“, sagt Pedersen. Nach einer dreimonatigen Testphase hatte Basefarm den Test bestanden und der Regelbetrieb wurde genehmigt.

Alle Herausforderungen gemeistert und bereit für die nächsten

Edvard Pedersen setzt Altinns Ansprüche sehr hoch an und beschreibt anschaulich, wie Basefarm sie meistert: „Wir waren vielleicht ein größerer und anspruchsvollerer Kunde als sie es gewohnt sind, aber sie haben die Herausforderung angenommen und sind dabei geblieben. Basefarm hat kluge Leute mit viel Know-how und entsprechendem Serviceniveau.“

„Für unsere Regierung ist Altinn auch eine Frage des Prestiges. Für Entwicklung, Verwaltung und Betrieb werden während der Laufzeit des Abkommens Kosten zwischen 500 und 700 Millionen Kronen erwartet“, sagt Pedersen. [Die entspricht ca. 45 bis 65 Millionen Euro.] „Sie macht deshalb sehr deutlich, dass möglichst alle Dienstleister Altinn nutzen sollen. Tun sie das nicht, müssen sie dies dem norwegischen Rechnungshof und dem Finanzministerium erklären“, sagt Pedersen und beschreibt damit die weiteren hohen Anforderungen an den zuverlässigen Betrieb der zentralen Plattform. Auch in puncto Sicherheit. Denn das Brønnøysund Register Center und Altinn verwalten enorme Mengen sozialkritischer Informationen, die für viele Funktionen der Gesellschaft wichtig sind. „Auch Basefarms Sicherheitslösungen werden dem rundum gerecht.“

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