Tech, Trends & Themen 2017 (Teil 2): Datenethik

Tech, Trends & Themen 2017 (Teil 2): Datenethik

Die zielgerichtete schnelle Nutzung von Daten in großen Mengen aus unterschiedlichen Quellen – Big Data – wird für Unternehmen mehr und mehr zum Standard. Ihr Schutz und ihre Sicherheit sind es zweifellos auch. 2017 kommt eine entscheidene Komponente hinzu, die die persönliche und unternehmerische Verantwortung im Umgang mit den Daten thematisiert: die Datenethik.

Datenethik – ebenso wichtig wie überfällig

Datenschutz und -sicherheit sind, gerade im Zeitalter von Big Data und Cloud, fundamental wichtig und in Deutschland und Europa durch umfangreiche gesetzliche Bestimmungen geregelt. Der verantwortliche Umgang mit den Daten und dem Wissen, das Unternehmen daraus gewinnen – die Datenethik –, ist es hingegen noch nicht. 2017 tritt sie flächendeckend auf den Plan.

Warum jetzt? Weil Algorithmen und Automatisierungen heute exponenziell mehr Möglichkeiten eröffnen. Exemplarisch dafür ist Googles Plan der Hatespeech-Erkennung. Ein Vorhaben von der guten Seite der Macht, das auch den dunklen Lords in die Karten spielen kann. Denn mit dem gleichen Algorithmus kann man beispielsweise auch jede andere Haltung filtern und blockieren. Ein Regelwerk oder Regulativ ist kaum definier-, formulier- oder gar kontrollierbar. Im freien Spiel der beschriebenen Mächte ist es immer grau.

An dieser Stelle beginnt die Datenethik – die Transformation des Wertekanons und eines neuen Selbstverständnisses von Unternehmen. Im Zusammenspiel mit Kunden und Partnern, Märkten und Quellen. Sie benötigt eine authentische (Unternehmens-/Marken-)Führerschaft, ein kontinuierliches Weiterdenken – und für beides sicherlich einige Mühe. Doch sie eröffnet ein ungleich besseres Standing:

Künftig haben die Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil, die sehr bewusst, sensibel und transparent – im Dialog mit ihren Kunden und ihren Mitarbeitern – mit dem Datenthema in all seinen Facetten umgehen.

Apropos Mitarbeiter: In diesem Jahr fällt auch der Startschuss zur Definition und Formulierung eines „Berufsethos“ für Data Scientists, Data Engineers und alle anderen Berufsbilder im Kontext von Daten, Künstlicher Intelligenz et cetera.

Auch die Forschung im Bereich der Algorithmen und Modellierung von Neuronalen Netzen wird dem Thema Datenethik vermehrt Aufmerksamkeit schenken. Dabei wird es bspw. um das „Ausleuchten“ von Black Boxes zur Erhöhung der Nachvollziehbarkeit von Entscheidungsprozessen aber auch um das Kenntlichmachen und/oder Ausbalancieren Daten- oder System-immanenter Biases gehen.

Die Diskussion und Thematisierung der Datenethik wird ebenso vielfältig sein wie ihre Problem- und Anwendungsfelder. Wichtige Impulse wie die EU Digitalcharta – der Versuch, Antworten zu geben auf die Frage, wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung gegenüber Staaten, aber auch gegenüber internationalen Großkonzernen schützen lässt – ist dabei ein guter Anfang, aber noch wenig spezifisch. 2017 geht die Entwicklung weiter.

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