Wer per Sprache sucht, der findet… oder: Amazon Kendra meets Alexa for Business (Teil 3)

AWS hat kürzlich seinen neuen, Machine-Learning-gestützten Suchservice Amazon Kendra vorgestellt. Er basiert auf natürlicher Sprachsteuerung und bietet dadurch hervorragende Möglichkeiten der Verknüpfung mit Alexa for Business. Die ersten zwei Teile dieses dreiteiligen Beitrags haben jeweils einen der Dienste vorgestellt, die auch im Unternehmenskontext bereits einen gewissen Mehrwert bieten. Nun führt Ben Freiberg aus, wie man diesen noch steigert, wenn man beide Services geschickt miteinander verknüpft.

Teil 3: „Alexa, hilf Kendra!“

Um Kendra über Alexa zu nutzen, gibt es zwei Möglichkeiten: Falls bereits vorhanden, kann der Private Skill des Unternehmens um einen neuen Intent erweitert werden. Beispielsweise: „Alexa, frag Unbelievable Machine, bis wann ich meinen Resturlaub genommen haben muss.“ Alternativ kann auch ein neuer Private Skill entwickelt werden.

Da es möglich und eigentlich auch wünschenswert ist, dass der Nutzer beliebige Fragen stellt, erscheint es zunächst schwierig bei der Modellierung des Interaktions-Modells die richtigen Beispielsätze anzugeben. Allerdings bietet Alexa bereits einen passenden Slot-Typen, der genau für diesen Fall gedacht ist: AMAZON.SearchQuery. Damit lassen sich beliebige Nutzeranfragen abdecken. Die einzige Einschränkung ist, dass es mit diesem Slot-Typ maximal einen Intent pro Skill geben darf, weshalb sich in diesem Fall die Erstellung eines zweiten Skills empfiehlt.

Alexa und Kendra sind einzeln schon gut…

Das Schöne an der Kombination von Alexa und Kendra ist die völlige Reibungsfreiheit für den Nutzer und die Nutzung. Um an Informationen zu gelangen, muss nicht erst eine langsam ladende Seite geöffnet oder überlegt werden, in welchem der verschiedenen Tools sich die Antwort verbergen könnte. Nicht einmal der PC selbst muss angeschaltet sein. Es reicht, einfach in natürlicher Sprache eine Frage zu stellen.

Alexa übernimmt dabei den hochgradig anspruchsvollen Teil der Texterkennung und -übersetzung, während sich Kendra um das Verstehen und Auffinden der Informationen kümmert. Das Einzige was der Skill leisten muss, ist die Weiterreichung der gestellten Frage. Darüber hinaus können selbstverständlich noch weitere Features integriert werden, zum Beispiel das direkte Einholen von User-Feedback: „War diese Antwort hilfreich?“

Falls sogar Echo-Geräte mit Display zum Einsatz kommen, etwa ein Echo Show, kann der Skill eine multimodale Erfahrung bieten. Das heißt, in diesem Fall können neben der Sprachausgabe des besten Treffers noch weitere mögliche Treffer in einer Liste dargestellt oder Vorschläge für verwandte Suchbegriffe angezeigt werden.

…und gemeinsam noch mehr als die Summe ihrer Teile

An sich und einzeln bereits sehr hilfreich – auch im Business – bringen Alexa und Kendra ihre jeweiligen Stärken im Zusammenspiel voll zur Geltung. Geschickt miteinander verknüpft, entsteht ein zum Beispiel eine unternehmenseigene leistungsfähige Suchmaschine für verteiltes Wissen und interne Dokumente, gesteuert mit dem aktuell besten sprachbasierten Interface – und ein ebenso einfacher wie reibungsfreier und wertstiftender Dienst für den Nutzer.

Falls nun die Frage aufkommt, wie Unternehmen und Nutzer auf dem besten Weg dazu kommen, fragen Sie nicht Alexa, sondern einfach uns. Wir stehen gern zur Verfügung.

Grundlagen in Teil 1: „Alexa, let’s talk business!“ 
und Teil 2: „Kendra, informiere mich!


Ben Freiberg ist Senior Data Engineer und ausgewiesener AWS-Experte am *um Standort und AWS Competence Center in Frankfurt.

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