Wer per Sprache sucht, der findet… oder: Amazon Kendra meets Alexa for Business (Teil 1)

Um das Optimum aus Amazon Kendra herauszuholen, verknüpft Ben Freiberg AWS’ neuen Suchservice mit Alexa for Business – und optimiert die Möglichkeiten unternehmenseigener Suchmaschinen durch ein sprachbasiertes Interface. In unserem dreiteiligen Beitrag erläutert er beide Komponenten und das Ergebnis ihrer Kombination.

Amazon Web Services (AWS) hat auf seiner Hausmesse re:invent kürzlich Amazon Kendra vorgestellt – einen Machine-Learning-gestützten Suchservice, mit dem Unternehmen eigene leistungsfähige Suchmaschinen für verteiltes Wissen und interne Dokumente entwickeln können. Zur Abfrage wird auf natürliche Sprache gesetzt, statt bloß Schlüsselwörter zu verwenden.

Welch ein Stichwort und Impuls! Denn führt man sich die Möglichkeiten von Amazons Sprachassistentin Alexa vor Augen, liegt der Versuch nah, die Sprachsteuerung des Suchservices noch ein wenig zu verbessern und für den Nutzer komfortabler zu gestalten – und Alexa for Business als Interface für eine „Google-ähnliche“ unternehmensweite Suche in Amazon Kendra zu integrieren.

Dieser dreiteiligen Beitrag zeigt zunächst jeweils die Vorteile und Möglichkeiten der beiden Systeme und führt dann aus, was herauskommt, wenn man sie richtig miteinander verknüpft.

Teil 1: „Alexa, let’s talk business“

Der Arbeitsalltag ist geprägt von sehr vielen, standardmäßig üblichen Fragen. Zum Beispiel: „Wo ist der Helpdesk?“, „Wie viele Urlaubstage erhalte ich bei einem Umzug?“, „Wer ist Teamleiter vom Team XYZ?“, „Wann ist die Weihnachtsfeier?“ und so fort.

Die Antworten darauf finden sich meist verborgen in diversen Dokumenten in Sharepoints, Wikis, DropBox, Salesforce und ähnlichen Quellen und Tools. Um diese Informationen möglichst einfach auffindbar zu machen, hat AWS den Machine-Learning-basierten Suchdienst Amazon Kendra entwickelt. Doch bevor dieser die richtigen Antworten finden und geben kann, gilt es die richtigen Fragen – und diese Fragen richtig zu stellen.

Die genannten und ähnliche Fragestellungen eignen sich ideal für ein sprachbasiertes Interface. Und mit Alexa for Business stellt AWS auch gleich das für den Einsatz im Unternehmen bestgeeignete zur Verfügung.

Gestatten? Alexa…

Neben Google Home (Assistant) und dem Apple Homepod (Siri) ist Alexa die bekannteste und beliebteste Vertreterin der Smart Speaker. Allein in Deutschland verwenden mittlerweile 32 Prozent der Menschen digitale Sprachassistenten, bei den Unter-40-jährigen sogar 48 Prozent, für private Komfortservives und Annehmlichkeiten.

Alexa for Business transferiert diese ins Office und soll es Organisationen und Mitarbeitern ermöglichen, mit Alexa auch effektiver zu arbeiten. Dazu bietet der Service zahlreiche Möglichkeiten, darunter:

  • Informationsquelle für Mitarbeiter und/oder Besucher,
    etwa zu Regeln und Prozessen, bspw. Onboarding
  • Aufbau von Telefonkonferenzen
  • Senden von Sprachnachrichten
  • Erstellung und Verwaltung von Terminen
  • Buchung von Besprechungsräumen und Einrichtung von Meetings
  • Steuerung der Raumtemperatur und Beleuchtung von Büro- und Konferenzräumen

Entscheidend dafür ist, dass Alexa Schnittstellen zu vielen anderen relevanten Office-Anwendungen wie Microsoft Office 365, Google G Suite oder Exchange mitbringt. Dies selbstverständlich erst nach Erteilung der entsprechenden Zugriffsberechtigungen. Darüber hinaus gibt es eine Management-Oberfläche, die neben der Verwaltung von Geräten, Nutzern und Skills, die Analyse diverser Kennzahlen ermöglicht, wie zum Beispiel die Auslastung von Meeting-Räumen.

…and Company

Richtig sinnvoll wurde der Einsatz von Alexa for Business aber erst durch die Anpassung an individuelle unternehmerische Anforderungen. Allen voran durch die Möglichkeit, so genannte private Skills für gemeinsame Geräten zu erstellen und registrierten Benutzern verfügbar zu machen. Also Kompetenzen für sprachgesteuerte Funktionen und Zugriffe auf Firmenanwendungen, die nur von ausgewählten Gruppen genutzt und wiederum bestimmten gemeinsamen Geräten zugewiesen werden können.

Selbst hier zeigt sich das Plattformdenken von Amazon. So soll ein eigens eingerichteter Marktplatz ermöglichen, Skills zu veröffentlichen, die auch andere Unternehmen sinnvoll einsetzen können. Beispiele dafür sind Skills zur Unterstützung bei der Reiseplanung (SAP Concur) oder auch Skills zur Geräteverwaltung, wie etwa eine Benachrichtigung oder sogar automatische Nachbestellung bei niedrigem Tonerstand von Druckern.

Weiter in Teil 2: „Kendra, informiere mich!“ 

Ben Freiberg ist Senior Data Engineer und ausgewiesener AWS-Experte am *um Standort und AWS Competence Center in Frankfurt.

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